Einkehrtag für Caritas-Ehrenamtliche

Foto: S. Stimmer

"Unterbrechung ist die kürzeste Definition von Religion" (Johann Baptist Metz)

Dieses Zitat stand als Leitthema über dem Einkehrtag für die Caritas-Ehrenamtlichen im Landkreis Altötting. Am Samstag, 23. März kamen sieben interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen, um den Alltag für ein paar Stunden zu unterbrechen und sich Zeit zu nehmen für sich, für die stärkende Gemeinschaft mit Gleichgesinnten und für gute, tiefgehende Gespräche.

Gemeinsam mit dem Theologen Ludwig Raischl spürte die Gruppe den Fragen nach: Warum und seit wann engagiere ich mich bei der Caritas? Wo werde ich heute und künftig gebraucht? Woher nehme ich die Kraft für mein Caritas-Tun?

Hier war viel Raum gegeben für persönliche Erfahrungsberichte und das Reflektieren der eigenen Caritas-Geschichte.

Der Referent machte die Gruppe außerdem mit der Methode des Bibliologs bekannt. Dafür griff er das Evangelium vom Palmsonntag auf und lud dazu ein, sich der Reihe nach in verschiedene biblische Gestalten hineinzuversetzen und seine Gedanken und Gefühle aus dieser Rolle heraus zu äußern. Auf diese Weise gelang es, die Bibelstelle aus unterschiedlichen Perspektiven heraus auszulegen.

Für gemeinsames Singen und Essen war an diesem Tag auch ausreichend Zeit eingeplant. Und zum Abschluss stimmte eine Teilnehmerin einen Gospel an, der die Teilnehmenden beschwingt nach Hause entließ.

Text: Susanne Stimmer      

Jahreskampagne der Caritas

Foto: Caritas Deutschland

Das diesjährige Motto der Caritas-Kampagne lautet "Frieden beginnt bei mir". 

Ein Zitat von Mutter Teresa unterstreicht den Gedanken, dass der Friede ein wesentliches Thema der Caritas ist: "Glaube ist eine Gabe Gottes. Glaube führt zu Liebe und Liebe zum Dienst am Nächsten. Der Dienst der Liebe ist der Dienst des Friedens."

Wo der Einzelne nicht gewillt ist, friedlich, friedfertig, friedvoll zu sein - im Umgang mit Familie, mit Nachbarn, mit Arbeitskollegen, ja, einfach mit allen Menschen - kann kein Friede entstehen.

Wo der Einzelne auf sein Recht beharrt und dieses Recht mit Gewalt oder gar mit Waffen durchsetzen will, kann kein Friede entstehen.

Wo der Einzelne streitsüchtig ist, nicht nachgeben kann, keine Geduld für den Nächsten aufbringt, stichelt oder andere lächerlich macht, kann kein Friede entstehen.

Wo der Einzelne nur seine Interessen durchsetzen will, ohne Rücksicht auf andere, kann kein Friede entstehen.

Wo der Einzelne nur auf seinen Vorteil bedacht ist, kann kein Friede entstehen.

Wo der Einzelne den Nächsten als Last, als unerwünscht, als peinlich, als Feind betrachtet, kann kein Friede entstehen.

Wo jemand nicht liebt, kann kein Friede entstehen.

Caritas ist die Liebe - wer liebt, verzeiht und schließt Frieden. Wer liebt, reicht dem anderen die Hand und wünscht Shalom.

Schauen wir in den Spiegel und sagen wir laut: "Friede beginnt bei niemand anderem als bei mir!"   

Susanne Stimmer

Zur Kampagne gibt es Aktionsvorschläge des Deutschen Caritasverbandes, die in Kürze auf www.caritas.de vorgestellt werden. Die Faltanleitung zur Friedenstaube finden Sie hier.

Eine hoffnungsfrohe Geschichte

Emilia Burger vor dem Pizzaofen im Garten des Caritashauses St. Elisabeth.
Foto: Susanne Stimmer

Sie liest mit fester, nuancierter Stimme. Und ich höre zu. Ich sitze da, den Blick nach innen gerichtet, und lausche einer im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichneten Geschichte. Es ist eine berührende Geschichte, die von Herzenswärme erzählt, von Hilfsbereitschaft und sozialer Verbundenheit über Ländergrenzen hinweg und davon, dass das eigene Glück größer wird, wenn man es mit anderen teilt. Es ist eine echte Caritas-Geschichte, überschrieben mit „Hoffnung im Schuhkarton“. Der Titel verweist auf eine sich jährlich wiederholende Aktion der Caritas im Landkreis Altötting.

Autorin dieser kleinen, aber feinen Geschichte ist Emilia Burger. Ich habe mich mit der 20jährigen Altöttingerin zu einem Gespräch getroffen und kam dabei auch in den Genuss einer exklusiven Lesung.

„Entstanden ist die Kurzgeschichte als Beitrag für einen Literaturwettbewerb, an dem sich meine Schule beteiligt hat“, kommt Emilia bei unserem Treffen sofort zur Sache. Der Wettbewerb gelte für die Unter-, Mittel- und Oberstufen der weiterführenden Schulen im Landkreis Altötting. Wer gerne eigene Texte verfasst, dürfe mitmachen und sie zur Bewertung bei der Jury, bestehend aus Deutschlehrkräften, einreichen. „Die besten Arbeiten werden ausgewählt und kommen in die nächste Runde“, erklärt sie. „Zum Schluss bleiben sechs Beiträge übrig. Das sind die Gewinner.“ Dass ihre Geschichte dazuzählen würde, habe sie natürlich sehr gehofft.  

Emilia zückt ihr Handy. Bevor ich meine vielen Fragen loswerden kann, möchte sie mir zuerst ihre Geschichte vorstellen. Ich bin gespannt. Sie beginnt zu lesen. Langsam und betont. Jedes Wort ist wichtig. Ich merke schnell: Hier sitzt mir eine begabte Nachwuchsautorin gegenüber. Eine, die über Dinge schreibt, die eine tiefere Bedeutung haben. Eine, die sich Gedanken macht über die Zusammenhänge in der Welt, die ihre Vorstellungskraft dafür nutzt, sozialkritisch hinter die Kulissen zu schauen und Verhaltensweisen, auch eigene, zu hinterfragen. Später erzählt sie von ihrem Ziel, kurzweilige Bücher schreiben zu wollen, die sich mit zeitkritischen Themen befassen.

Zurück zum Wettbewerb. Inhaltlich hatten sich die Teilnehmenden je nach Schulstufe mit unterschiedlichen Themen auseinanderzusetzen. Die Oberstufe bekam das Thema: „Fair handeln bzw. leben im Landkreis Altötting“. Eine herausfordernde Vorgabe. Da müsse man schon erstmal gut überlegen, worüber man schreiben will, meint Emilia. Sie selbst habe sich von der Weihnachtspäckchenaktion der Kreis-Caritas Altötting inspirieren lassen. „Die finde ich toll; da habe ich schon als Erstklässlerin mitgemacht, zusammen mit meiner ganzen Familie.“

Bei der Aktion geht es vordergründig darum, armen, verwaisten Kindern in Westrumänien Spielsachen, Stofftiere, Puppen, Süßigkeiten und Schulmaterial unter den Christbaum zu legen. Schulen, Kindergärten und Privatpersonen aus dem Landkreis beteiligen sich seit Jahren daran, füllen Schuhkartons, verpacken sie in hübsches Weihnachtspapier und geben sie beim Caritashaus St. Elisabeth ab. Von dort werden sie nach Rumänien gebracht.

Der eigentliche Sinn der Aktion bestehe aber darin, Freude und Hoffnung zu verschenken, sagt Emilia. Genau davon habe sie in ihrer Geschichte erzählen wollen: von der Bedeutung der kleinen Zeichen der Nächstenliebe, die so wertvoll sind, aber oft unbemerkt bleiben. Ein Schuhkarton voll Hoffnung könne den Unterschied hin zum Besseren machen. Davon ist Emilia überzeugt. „Als mir klar wurde, dass meine Geschichte davon handeln sollte, hat die Niederschrift schließlich nicht länger als eine halbe Stunde gedauert“, verrät sie und lächelt.

Sie wurde belohnt und ihre Geschichte prämiert. „Über den zweiten Preis habe ich mich wahnsinnig gefreut“, sagt sie. „Ich habe schon als Kind gern gelesen und früh angefangen zu schreiben. Der Preis ist sozusagen eine Wertschätzung meines Hobbies und eine Würdigung des literarischen Werts meiner Geschichte. Darüber bin ich sehr glücklich.“ Sie lässt ihr sympathisches Lächeln strahlen.

Was jetzt an der Reihe sei? „Mein Lehramtsstudium“, sagt sie. Für ihr ehrenamtliches Wirken im Caritashaus St. Elisabeth werde dann vermutlich nicht mehr so viel Zeit bleiben, fügt sie bedauernd hinzu. Sie engagiere sich dort seit 2018 und helfe (fast) jeden Dienstag beim Pizzabacken. Die Begegnungen mit den behinderten Menschen haben einen bleibenden Eindruck bei ihr hinterlassen. „Das sind die liebsten Menschen überhaupt. Von ihnen bekommt man wahnsinnig viel zurück.“ Sie schätze auch die tolle räumliche und soziale Atmosphäre im Caritashaus. „Caritas macht viel Gutes und setzt sich für viele gute Dinge ein. Ich sehe mein privilegiertes Leben als Geschenk und möchte daher meinen Beitrag zu einer besseren Welt leisten.“ An ihrem künftigen Studienort wolle sie sich daher auch ehrenamtlich im sozialen Bereich einbringen.  

Wie auch immer dieser Wunsch in Erfüllung gehen mag, eines steht fest: Mit weiteren guten, Hoffnung verbreitenden Geschichten wird Emilia immer ins Schwarze treffen. 

Susanne Stimmer, Referentin für Gemeindecaritas Dekanat Altötting

Die Kurzgeschichte können Sie hier nachlesen.

Nachhaltige Entwicklung – was hat das mit mir zu tun?

Am vergangenen Donnerstag wurde in der Gemeindebücherei Winhöring eine Ausstellung zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (UN) eröffnet. Mitveranstalter ist der Pfarr-Caritasverband Winhöring. Die Infotafeln wurden von der Caritas passend zu deren Jahresmotto „Für Klimaschutz, der allen nutzt“ entwickelt.

Die Einladung zur Ausstellungseröffnung mit einem anschließenden Impulsvortrag erfolgte auf breiter Front. So waren auch die Mitglieder des KDFB Winhöring, der Marianischen Männerkongregation und über den Pfarrgemeinderat alle Pfarrangehörigen geladen, um sich über Ziele und Konsequenzen der 17 Ziele zu informieren.

Die Besucher und Besucherinnen informierten sich schon bei der Ankunft an Hand der Infotafeln über die 17 Ziele der UN. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Büchereileiterin Sandra Stubenvoll übernahm Susanne Stimmer das Wort. „Die Besucher sollen durch die Ausstellung die Zusammenhänge zwischen Nachhaltigkeit, Klima, Konsum bzw. sozialer Ungerechtigkeit besser verstehen“, so Susanne Stimmer, aus dem Referat der Gemeindecaritas Altötting. „Und gleichzeitig sollen sie erkennen, dass jeder sich selbst aktiv einbringen kann und muss, um unser Leben nachhaltiger zu gestalten.“. Jeder Tafel der Nachhaltigkeitsziele ist zur Verdeutlichung der jeweilige Tätigkeitsbereich der Caritas zu- geordnet.

Was die 17 Ziele der nachhaltigen Entwicklung bedeuten und wie diese Ziele und deren Unterziele aufgebaut sind, wurde in der Folge den ca. 30 Besucherinnen und Besuchern Martin Rasch, Referent der KEB, aus Burgkirchen in einem Vortrag verdeutlicht. Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung gehören zur Agenda 2030, einem globalen Plan zur Förderung nachhaltigen Friedens und Wohlstands und zum Schutz der Erde. 2015 wurden die Ziele verabschiedet und es haben sich alle Länder der Vereinten Nationen zu diesen Zielen für eine bessere Zukunft verpflichtet. So soll weltweit ein menschenwürdiges Leben ermöglicht und die natürliche Lebensgrundlage bewahrt werden. Gerade die Unterziele machen die 17 Ziele für die Umsetzung konkret und umsetzbar.

Herr Rasch lud alle Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich tiefer in die Thematik einzuarbeiten, als es an einem Abend im Rahmen eines Vortrages möglich ist.

Seine Intention war es, mit Besuchern konkrete Tipps und Empfehlungen zum eigenen Handeln zu erarbeiten. Dazu war es zuerst wichtig zu klären, was der Begriff „nachhaltig“ bedeutet. Hilfreich ist es, jede Handlung auf ihre Konsequenzen zu hinterfragen. Regionaler Einkauf oder eine-Welt-Waren? Wo kann ich Energie und Ressourcen sparen? Welche Produkte können ein zweites Leben bekommen bzw. recycelt werden?

Die Tafeln der Ausstellung zu den 17 Zielen der Nachhaltigkeit sind im Treppenhaus der Bücherei zu deren Öffnungszeiten noch bis Ende November zu sehen.

Um die Bevölkerung bei ihrem nachhaltigen Leben und Handeln zu unterstützen, stehen im Moment in der Bücherei Sammelboxen für Handys bzw. Smartphones, für Druckerpatronen und Tonerkartuschen, für Kronkorken, für Kunststoffstifte und für Brillen bereit. Je nach Produkt werden diese für ein „zweites“ Leben aufbereitet bzw. kontrolliert dem Recycling zugeführt.

Ferner können die Besucher und Besucherinnen sich mit Hilfe eines Glücksrades Anstöße zum eigenen Handeln mit nach Hause nehmen und aus der Fülle von Flyern zum Thema Nachhaltigkeit und soziales Handeln auswählen.

Für das Selbststudium gibt es Informationen unter www.17ziele.de, auf der Seite der Bundesregierung unter dem Punkt „Nachhaltigkeit“ und unter www.unric.org/de/17ziele/

Ein umfangreiches Medienangebot mit Büchern u.a. zum Thema Plastikvermeidung, umweltfreundlicher Haushalt oder bienenfreundlicher Garten rundet die Ausstellung ab.

Außerdem erinnert die Bücherei in diesem Zusammenhang an die Rückgabe „entliehener“ Samen aus der Saatgutbibliothek. Ziel ist hier, die Erhaltung alter Sorten. Wer hierzu eine Hilfestellung benötigt, findet zahlreiche Ratgeber zur Saatgutgewinnung im Medienbestand der Bücherei.

Die Bücherei ist geöffnet DI und DO von 16-18 Uhr, MI von 8-11 Uhr und FR von 15-18 Uhr. Für Gruppen (z.B. Schulklassen) können Termine außerhalb der Öffnungszeiten vereinbart werden.

Fragen werden unter Tel. 08671 /72553 oder per Mail an buecherei@gemeinde-winhoering.de beantwortet.

Eva Wick, Gemeindebücherei Winhöring

 

Foto: Eva Wick
Foto: S. Stimmer
Martin Rasch überlässt der Gemeindebücherei eine Sammelbox für alte Handys und Smartphones.
Foto: Eva Wick
v.l. Waltraud Himpsl-Philibert (Pfarr-Caritasverband Winhöring), Eva Wick (Gemeindebücherei Winhöring), Susanne Stimmer (Gemeindecaritas Dekanat Altötting), Sandra Stubenvoll (Gemeindebücherei Winhöring).
Foto: Gemeindebücherei Winhöring

"Kinder, Kirche, Caritas"

Mit wem sind wir vernetzt? Dieser Fragestellung gingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei dem Gemeindecheckspiel nach.
Fotos: Susanne Stimmer

Im Rahmen der Seminarreihe "Kinder, Kirche, Caritas" bot Susanne Stimmer am 18. Oktober 2023 einen Workshop zum Thema "Ihr seid nicht allein" an. Dabei lud sie zum Netzwerken ein. Die Themenstellung lautete: Was braucht Ihr, um gut arbeiten zu können? Wie kann die Gemeindecaritas Euch unterstützen?

Außerdem erfuhren die teilnehmenden Erzieherinnen Interessantes aus dem Bereich Gemeindecaritas.

Fachtag der Kita-Pastoral

Die Gäste waren eingeladen, an verschiedenen Workshops teilzunehmen. Beim Workshop "Ihr seid nicht allein" luden Agnes Stefenelli und Susanne Stimmer zum Netzwerken ein. Die Themenstellung lautete: Was braucht Ihr, um gut arbeiten zu können? Wie kann die Gemeindecaritas unterstützen?
Foto: Stimmer

Am 5. Oktober fand in Passau der Fachtag der Kita-Pastoral statt. 50 Interessierte sind gekommen, um sich zu vernetzen und auszutauschen.

Andreas Kindermann, Leiter der Stabstelle Kita-Pastoral, zieht eine positive Bilanz. Für die Gäste und alle Beteiligten sei ein buntes Mosaik dessen entstanden, wie die Arbeit in den Kitas draußen sich gut mit den verschiedenen Diensten, Einrichtungen und Angeboten der Caritas sowie der Pastoral vernetzen können. Er sei zufrieden mit diesen Verbindungen, die sich gut eingespielt hätten.

Andere Bereiche seien noch neu und ausbaufähig. So zum Beispiel die Kooperation mit der Gemeindecaritas, die für Kindermann eine Schlüsselstellung als Kontakt- und Vernetzungsstelle habe. Hier gelte es weiterzuarbeiten. 

Wenn die Lebensbibliothek durcheinander gerät...

Foto: Susanne Stimmer

Das Interesse war groß, der Gartensaal im Bürgerhaus Burghausen war gut gefüllt. Das Thema "Demenz" beschäftigt generell viele Menschen und motivierte deshalb auch an einem heißen Sommertag, den Fachvortrag "Wenn die Lebensbibliothek durcheinander gerät" von Dr. Maria Kotulek, Leiterin des Fachbereichs Demenz der Erzdiözese München-Freising, zu besuchen. 

34 Zuhörerinnen und Zuhörer waren am 19. Juli gekommen, um sich über Krankheitsmuster, Krankheitsverlauf, Risiko- und Präventivfaktoren etc. zu informieren und um Antworten auf drängende Fragen zu erhalten. Fragen, die sich vor allem Angehörige von Demenzbetroffenen stellen: Wie gehe ich angemessen mit dementiell veränderten Menschen um? Wo erhalte ich Unterstützung und finanzielle Leistungen? Welche professionellen Angebote kann ich wahrnehmen? Wie kommuniziere ich richtig mit einem Demenzerkrankten? Wie reagiere ich in kritischen oder peinlichen Situationen?

Auch ganz persönliche Anliegen fanden an diesem Abend ihren Platz: Was tun, wenn der demenzkranke Opa den Führerschein nicht abgeben möchte? Wie erkläre ich meiner dementiell veränderten Mutter, dass die Frau im Spiegel sie selbst ist und keine Einbrecherin? Wie kann es mir gelingen, nach der hundertsten Wiederholung derselben Geschichte geduldig zu bleiben?

Auf solche und ähnliche Fragen ging die Referentin behutsam ein, gab Ratschläge, erzählte aus der Praxis und ließ ihre Zuhörerschaft an persönlichen Erfahrungen teilhaben. Sie wusste auch so manche Sorgen und Ängste zu nehmen. So beruhigte sie ihr Publikum zum Beispiel mit Statistiken, die belegen, dass weniger Menschen an Demenz erkranken wie allgemein angenommen.

Dr. Kotuleks Hauptcredo, für das sie an diesem Abend warb, lautete: "Lebensqualität hat Vorrang". Weil die Lebenserwartung der dementiell Erkrankten ohnehin schmäler sei, sollten sie ihr Leben so gut und schön wie möglich führen dürfen.

Mit ihrer fachlichen Kompetenz und Expertise sowie ihrer unterhaltsamen Vortragsweise sorgte die Referentin für einen sowohl interessanten als auch kurzweiligen Abend. Der Wunsch nach einer Fortsetzung wurde mehrmals geäußert. Die Veranstalter – Katholische Erwachsenenbildung Rottal-INN-Salzach, Gemeindecaritas Dekanat Altötting, Bürgerhaus Burghausen – freuten sich über diese positive Resonanz.

Susanne Stimmer

Den Tag mit einem Lächeln beenden

Freiwillig für das Gemeinwohl. Freiwillig für ein christliches Miteinander. Freiwillig für eine bessere Welt. Das ist wichtig. Das ist sinnstiftend. Und manchmal ganz schön energieraubend.

Das wissen die Caritas-Ehrenamtlichen im Landkreis Altötting. Sie stecken viel Tatkraft in ihr soziales Engagement. Neben Familie und Beruf nimmt die Freiwilligenarbeit einen Großteil ihres Lebens ein. Einen Teil ihrer freien Zeit verwenden sie für karitative Aktivitäten, Aktionen und Dienste im gemeindlichen und kirchlichen Bereich. Vor Ort sind sie Ansprechpartner für Menschen in Not, für Menschen in Krisensituationen, für Menschen im Alleinsein, in Alter und Krankheit.

Helfen? Ehrensache!

Dass diese Einstellung jedoch auch zu Lasten des eigenen Wohlbefindens gehen kann, wird manchmal unterschätzt. Viele Engagierten erreichen irgendwann den Punkt, an dem sie merken, dass ihre Energie verbraucht ist. Dass die Anstrengung im Tun größer ist, als die Freude daran.

Spätestens dann ist eine „heilsame Selbstunterbrechung“ (Martin Schleske) angesagt. Um nicht abzustumpfen und um nicht das Gefühl zu verlieren für sich selbst und für das, was um einen herum geschieht. Auf der Strecke bleiben darf niemand.

Daher wünschten sich die Vorstandschaften der Caritasvereine im Landkreis Altötting einen Tag „Auszeit vom Caritas-Alltag“. Er sollte dafür bestimmt sein, in der Betriebsamkeit innezuhalten und der geistigen wie seelischen Erholung genügend Raum zu geben. Ziel war, neu empfänglich zu werden für die wesentlichen Dinge und für alles, was den Wert des Lebens ausmacht.

„Zur Ruhe kommen“, „loslassen“, so formulierten zwei Teilnehmerinnen ihre Erwartungen an den Tag. Andere wünschten sich „Entschleunigung“, „Entspannung“ und „Veränderung, damit mir nicht alles zuviel wird“. Eine Teilnehmerin ergänzte: „Ich möchte den Tag mit einem Lächeln beenden.“

Hans-Peter Eggerl der die Gruppe als Referent durch diesen Tag begleitete, enttäuschte diese Erwartungen nicht. In seiner Eigenschaft als Männerseelsorger und Entwickler spiritueller Lebenskunst weiß er, auf welche Elemente er in der Durchführung von Auszeit-Tagen setzen kann. So hielt er mit einer Mischung aus "üben und erfahren, lesen und überlegen" (HaPe Eggerl), reden und zuhören die Aufmerksamkeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wach. Sie fanden den passenden geschützten Raum, sich zu öffnen und einander mitzuteilen. Auch die Atmosphäre empfanden sie als stimmig.

Themen wie „Wer ist Gott für mich?“, „der Mensch als Gedanke Gottes“, „Umgang mit Zeit“ oder „Lebensführung als Aufgabe“ wurden gemeinsam reflektiert. Kurze Text-, Musik- und Videoimpulse boten der Gruppe Gelegenheit zum Nachdenken und Austauschen und wechselten sich mit Körperübungen und Bildbetrachtungen ab. Zwischendurch lud Susanne Stimmer, die die Veranstaltung im Vorfeld organisiert hatte, immer wieder zum gemeinsamen Singen ein.

Gemäß dem Sprichwort „Essen hält Leib und Seele zusammen“ stärkte sich die Gruppe zu Mittag mit belegten Broten und leckeren Salaten, die das Café Rothmaier und das Caritashaus St. Elisabeth liebevoll zubereitet hatten. Um 15 Uhr klang der Auszeit-Tag mit Kaffee und selbstgemachten Kuchen aus.

Ein abschließender Blick auf das Gesicht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer genügte, um zu wissen, dass sich nicht nur ein einziger Wunsch erfüllt hat. Alle fuhren lächelnd nachhause.

Susanne Stimmer, Referat Gemeindecaritas Dekanat Altötting

 

Wer als Caritasgruppe oder Caritaskreis einen Auszeit-Tag in Anspruch nehmen möchte und Unterstützung bei der Organisation braucht, kann sich gerne beim Referat Gemeindecaritas melden. Email: susanne.stimmer@caritas-passau.de oder telefonisch unter 0170-6826473.

Foto: Franz Göppinger, OCV Burgkirchen/Alz
Foto (und alle weiteren Fotos): S. Stimmer
 

Brot stärkt das Menschenherz - das Netzwerk Pastorale Gemeindecaritas feiert Agape

Bild: Christian Schmitt, pfarrbriefservice
Foto: Stimmer

Am 26. April 2023 kam das Netzwerk Pastorale Gemeindecaritas zusammen, um miteinander ein Agapemahl zu feiern.

Agape ist ein griechisches Wort, das wir gemeinhin mit "Liebe" übersetzen. Aber Liebe ist ein vielschichtiger Begriff. Demnach ist die Übersetzung nicht umfassend und treffend genug. Denn Agape bedeutet nicht bloß Liebe im Sinne von Zuneigung, Freundschaft oder Eros. Sondern sie ist die Liebe Gottes zu uns Menschen und meint davon abgeleitet jede Liebe von göttlicher Qualität. Aufschluss gibt ein Satz im Johannes-Evangelium: "Dies ist mein Gebot, dass ihr einander lieben sollt, wie ich euch geliebt habe".

Diese Liebe Gottes zu uns erfahren wir an Ostern ganz besonders. Ebenso an Pfingsten, wo wir "die Kraft empfangen" (wie Jesus vor seiner Himmelfahrt gesagt hat), also den Heiligen Geist, der in uns so wirkt, dass wir die Liebe Gottes an andere weitergeben wollen.

Mit der Agapefeier knüpfte das Netzwerk also an das Osterfest an und besann sich auf die Liebe Jesu Christi zu uns, der uns einst heim holen möchte zu sich.

Der Abend war geprägt vom gemeinsamen Gebet, vom Hören des Wortes Gottes, vom miteinander Singen, von angeregten Glaubensgesprächen, von der Tischgemeinschaft und vom Teilen von Brot und Wein.

Susanne Stimmer

Synodaler Weg - Ein Abend mit Pfarrer Kriegbaum

Foto: Stimmer

Am 11. Januar 2023 berichtete Pfarrer Christian Kriegbaum, Winhöring, einer Gruppe von 14 Interessierten von seinen Erfahrungen als Synodaler beim Synodalen Weg. Die Gemeindecaritas Dekanat Altötting hatte zu dem Gespräch und Austausch geladen.  

Zu Beginn gab Pfarrer Kriegbaum einen kurzen Rückblick. Wie kam der Synodale Weg zustande?

Die MHG-Studie, die 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, sorgte für nachhaltigen Aufruhr in der katholischen Welt. Die Erschütterungen waren groß. Die Glaubwürdigkeit der Institution Kirche hat Schaden genommen; die Amtskirche verlor in Folge dramatisch an Vertrauen. Stimmen nach Reformen wurden immer lauter. Schnell war man sich einig: "Die Kirche in Deutschland braucht einen Weg der Umkehr und Erneuerung." 1) 

Die deutschen Bischöfe sahen sich veranlasst, Maßnahmen zu ergreifen, um das Geschehene aufzuarbeiten. Sie beschlossen unter anderem, sich gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Zentralrats der deutschen Katholiken und Personen aus anderen Berufsgruppen auf den Synodalen Weg zu machen. Das Format "Synodaler Weg" sollte die spezifischen Herausforderungen, "die rund um die Debatte sexuellen Missbrauchs eine Rolle spielen" 2) behandeln. Der Synodale Weg sollte sich mit den Fragen beschäftigen nach Macht, Partizipation, Gewaltenteilung, nach Sexualmoral, nach priesterlicher Existenz und nach Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche.

Als übergeordnetes Ziel setzte man sich die Evangelisierung. Man wollte nach neuen Wegen suchen, das Evangelium Jesu Christi glaubwürdig zu verkünden. 

Für den Synodalen Weg wurden zwei Jahre anberaumt. Im März 2023 wird die fünfte und letzte Synodalversammlung stattfinden. Danach setzt der Synodale Rat die Arbeit fort. 

Pfarrer Kriegbaum erläuterte, dass der Synodale Weg aus drei Gremien besteht: Die Synodalversammlung ist deren oberstes Organ. Daneben gibt es die Synodalforen. Diese leisten die inhaltliche Arbeit. Das Synodalpräsidium bereitet die Versammlungen vor und nach.

Als Mitglied des Priesterrats sei ihm die Aufgabe des Synodalen zugefallen. Zusammen mit Bischof Stefan Oster SDB und Markus Biber, Vorsitzender des Diözesanrats, vertritt Kriegbaum das Bistum Passau in Frankfurt.

Pfarrer Kriegbaum sprach offen von positiven wie negativen Aspekten des Synodalen Wegs und griff Fragen der Zuhörerinnen und Zuhörer auf. Vom etwas Thema abschweifend kamen die Teilnehmenden auch immer wieder auf die allgemeine Situation im Bistum Passau zu sprechen. Einige Entwicklungen wurden kritisch thematisiert und diskutiert. 

Beruhigend wirkte die Information, dass einige Beschlüsse des Synodalen Wegs bereits in die Praxis umgesetzt wurden, so zum Beispiel die Überarbeitung der Grundordnung des kirchlichen Dienstes.  

Ulrich Wandt, Vorstand der KEB, und Susanne Stimmer, Gemeindecaritas Altötting, bedankten sich zum Schluss für die rege Beteiligung und Gesprächsbereitschaft. Susanne Stimmer überreichte Pfarrer Kriegbaum zum Dank ein kleines Präsent.

1+3) Webseite des Synodalen Wegs

2) Maßnahmen zur Aufarbeitung der Fälle sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen (DBK)

 

Briefe zu Weihnachten

Im Rahmen ihrer Firmvorbereitung haben Firmlinge des pastoralen Raums Burghausen Weihnachtspost an Senioren verfasst.   

Am 4. Dezember hatte Susanne Stimmer vom Referat Gemeindecaritas zusammen mit Christian Randl (Leitung Caritashaus St. Elisabeth) und Elisabeth Schachner (Bundesfreiwilligendienst Diözesancaritasverband Passau) den Firmlingen die Caritas vorgestellt. In Kleingruppen erarbeiteten sich die Firmlinge die Themen Bundesfreiwilligendienst bei der Caritas, Einsatz für Menschen mit Beeinträchtigung und Young Caritas.

Susanne Stimmer ermunterte die Firmlinge selbst aktiv zu werden und Caritas praktisch anzuwenden. Die Aktion "Weihnachtspost für Senioren" sollte den jungen Christinnen und Christen bewusst machen, dass viele, vor allem ältere Menschen, zu Weihnachten niemanden haben und alleine oder in ungewohnter Umgebung feiern müssen. Um diesen Menschen ein Freude zu machen, waren die Firmlinge gerne bereit, ein paar Zeilen zu schreiben. 

Krankenhausseelsorger Franz-Xaver Bachmeier aus Burghausen nahm am 7. Dezember die Briefe entgegen. Er freute sich über das Engagement der Firmlinge und versprach, die Briefe rechtzeitig zu Weihnachten im Altenheim und Krankenhaus zu verteilen. 

Susanne Stimmer

Franz-Xaver Bachmeier, Krankenhausseelsorger von Burghausen, bedankte sich herzlich für das Engagement der Firmlinge.
Foto: Stimmer

Repair Café

Das Repair Café des Caritasvereins im Pfarrverband Altötting hat regen Zulauf. Am 26. November war die Gemeindecaritas vor Ort und hat ein paar Impressionen eingefangen (siehe Link).

https://www.facebook.com/caritas.passau/posts/pfbid0MHgu4iXGSksyRywKyjyJbctDabczo8mfAH2r19LN1j8PbH2zG2s11mKatQfNto1rl

Ausstellung "17 Ziele - Klimaschutz sozial gerecht gestalten"

Am 20.11. hat die Ausstellung eröffnet. Nach dem Sonntagsgottesdienst erwarteten die Vorstände der Pfarrcaritas Kastl die Besucherinnen und Besucher im Pfarrheim. Sie kamen mit den Interessierten ins Gespräch, beantworteten Fragen und gaben Auskunft zu den Ausstellungstexten.
Franz Aigner (1. Vorsitzender) und Franziska Hinterberger (2. Vorsitzende) von der Pfarrcaritas Kastl freuen sich über die Kooperation mit Buchhandlung Fraundorfner, die Bücher zum Thema Umweltschutz zur Ansicht bereitstellen. Die Bruckmayermühle und andere regionale Anbieter zeigen eine Auswahl ihres Sortiments.
Das Glücksrad dreht sich für diejenigen, die ein "Tu Du`s" mit nachhause nehmen wollen.

Klimaschutz ist wichtig, und er muss auch sozial gerecht sein.

Caritas bringt beides zusammen. Die Ausstellung in Kastl zu den 17 Zielen der Nachhaltigkeit möchte Denkanstöße geben, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit gleichzeitig zu denken und sich für beides gleichermaßen zu engagieren.

Sie gibt praktische Impulse und Informationen zu Klimaschutz bei Caritas.

Solidarisch zusammen leben

v.l. Christl Kuneth, David Pietzka, Andi Liebert, Petra Genz
Foto: Susanne Stimmer

100 Jahre ist es alt – das rosafarbene Gebäude an der Trostberger Straße in Altötting-Süd. Ein denkmalgeschütztes Haus mit Geschichte. Einst erbaut, um der ärmeren Bevölkerung eine bezahlbare Bleibe zu bieten. Heute einigermaßen heruntergekommen. Seine besten Zeiten hat das Haus eindeutig hinter sich.

Die 2018 in Altötting gegründete SauRiassl GmbH hat vor, dies zu ändern. Das erzählt Geschäftsführer David Pietzka bei einem Vor-Ort-Termin. Wir treffen ihn und zwei sogenannte „Pioniermieter“ sowie Petra Genz von der Allgemeinen Sozialberatung (ASB) der Caritas an Hauseingang Nummer 1 und können uns selbst davon überzeugen: Eine Sanierung des GenossenschaftsHauses ist längst überfällig.

„Wir haben das Gebäude im September 2020 übernommen“, sagt Pietzka. „Seitdem arbeiten wir daran, es nach modernen Standards herzurichten.“ Möglichst ökologisch und ressourcenschonend. Mitgedacht werden eine Photovoltaikanlage, Barrierefreiheit, Car-Sharing und die Bereitstellung eines Lastenfahrrads. Der Anschluss an das Fernwärmenetz ist bereits erfolgt. „Ziel ist, den Leuten, die jetzt schon hier wohnen und künftig hier wohnen werden, ein komfortables Heim zu bieten“, betont Pietzka.

Klingt nach einer teuren Umbaumaßnahme, die später teure Mieten nach sich ziehen wird. „Gerade das haben wir nicht im Sinn“, beruhigt Pietzka. „Im Gegenteil. Wir finden, dass das Haus wieder seinem ursprünglichen Zweck dienen soll – nämlich auch denen eine Unterkunft geben, die sich auf dem normalen Wohnungsmarkt einfach nichts Vernünftiges leisten können.

Die SauRiassl GmbH arbeitet also nicht gewinnorientiert? „Wir können die Objekte dank diverser Kredite kaufen. Zudem investieren private Kleinanleger in unsere Projekte, weil sie sie persönlich unterstützenswert finden. Und natürlich bemühen wir uns um Förderungen und Zuschüsse“, erklärt Pietzka. „Die Mieterinnen und Mieter bekommen ein Haus, in dem sie zu einer dauerhaft günstigen Miete wohnen können. Wir entziehen das Haus dem Immobilienmarkt, vergesellschaften es und stellen es als Gemeineigentum denen zur Verfügung, die zwar wenig Geld, aber genau wie alle anderen das Recht auf Wohnen haben.“

Es geht also um soziale Gerechtigkeit? „Wichtig ist uns, unsere Projekte so zu entwickeln, dass sie gemeinwohlorientiert sind“, sagt Pietzka. „Bei allen unseren Hausprojekten legen wir Wert darauf, dass die Mieten nicht überzogen sind. Wir achten darauf, dass unsere Mieterinnen und Mieter selbstbestimmt und selbstverwaltet wohnen. So ermuntern wir sie etwa, einen Hausverein zu gründen, um sich selbst zu organisieren und gemeinsame Entscheidungen zu treffen. Zum Beispiel die Entscheidung, wer ins Haus miteinzieht. Die Leute sollen nach solidarischen Grundsätzen zusammenleben und ihren Wohnraum gemeinschaftlich gestalten. Das fördert den Zusammenhalt und stärkt das Miteinander.“

Petra Genz von der ASB unterstreicht: „Begriffe wie selbstbestimmt, Gemeinwohl, soziale Gerechtigkeit und Zusammenhalt gehören zum Arbeitsjargon der Caritas-Mitarbeitenden. Wir arbeiten darauf hin, dass sie Wirklichkeit werden.“

Soziale Gerechtigkeit sei wichtig für Zusammenhalt in der Gesellschaft. Daher freut Genz sich über das diesjährige Motto der Caritas: „Zukunft denken, Zusammenhalt leben“. Gerade im GenossenschaftsHaus werde Zusammenhalt beispielhaft gelebt.

Die Pioniermieter Christl Kuneth und Andi Liebert pflichten ihr bei. „Niemand ist hier auf sich allein gestellt. Wenn einer Hilfe braucht, ist immer jemand da. Wir unterstützen uns gegenseitig und gestalten unsere Freizeit miteinander.“ Sorgen würden ebenso geteilt wie der Waschraum und der Garten. Außerdem bringe man das in die Gemeinschaft ein, was man gut könne.  

In Andis Fall sein handwerkliches Geschick. Er hat das Hausmeisteramt übernommen. Und macht den Gärtner. Im GenossenschaftsHaus fühlt er sich gebraucht und wertgeschätzt. Ihn freut es, auf diese Weise am Leben teilzuhaben. An seiner Wohnsituation schätzt er besonders, dass er sich einrichten kann, wie er will. Das sei nicht immer so gewesen, erzählt er und erinnert sich dabei nur ungern an die schwierigen Verhältnisse, in denen er vorher wohnte. Gut, dass er eines Tages bei Petra Genz und der ASB gelandet ist. Sie hat ihm in Zeiten der Not unter die Arme gegriffen.

„Hausmutter“ Christl gefällt das Familiäre hier. Mitten unter den jungen Leuten fühlt sie sich wohl. „Sie nehmen mich, wie ich bin.“ Auch sie kennt Petra Genz schon seit einigen Jahren und erfuhr bei der ASB wertvolle Unterstützungshilfe.

„Ich freue mich, dass die beiden wieder Zukunftsperspektiven und Zuversicht haben“, sagt Genz. Sie begrüßt die Idee der SauRiassl GmbH, erschwinglichen Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen zu schaffen. „Ähnliche Angebote auf dem regulären Wohnungsmarkt zu finden, ist sehr schwierig. Die SauRiassl GmbH ist eine Bereicherung für die Gesellschaft. Erfolgsgeschichten wie die von Christl und Andi würde ich mir mehr wünschen.“

Susanne Stimmer

KEB Mitgliederversammlung mit Neuwahlen

(von links): Susanne Stimmer (Beirat, Caritas AÖ), Inga Schübel (Beirat, Ökumene AÖ), Bea Heigl (Beirat, Vereine AÖ), Arnold Hutterer (Beirat, Dekanat AÖ), Sabine Ecker (Zweiter Vorstand, Rottal-Inn), Ulrich Wandt (Erster Vorstand Altötting), Anton Gschrei (Beirat, Referate AÖ), Kathrin Zenger (Beirat, PAN), Reinhold Sterflinger (Geschäftsführer KEB-RIS), Andrea Malota (Beirat, KDFB PAN); nicht auf dem Bild: Theresia Nüsslein (Beirat, KLB und PGR Simbach), Magelone Diehl-Zahner (Beirat, PGR und KDFB PAN), Marin Rasch (Beirat, Kolping AÖ)
Foto: KEB RiS

Sie machen lieber was gemeinsam

Foto: M. Glaß
Foto: M. Glaß
Foto: S. Stimmer
Foto: S. Stimmer

Weil sie gemeinsam viel auf die Beine stellen, hat das Referat Gemeindecaritas im Dekanat Altötting einen Danke-Tag für die Vorstandschaften der neun Pfarr- und Ortscaritas-Vereine im Dekanat Altötting veranstaltet. Das Besondere: über das „Netzwerk Pastorale Gemeindecaritas“ sind diese schon seit langem miteinander verbunden. 

Nicht immer alles alleine machen, sondern gemeinsam anpacken, auch wenn’s mühsam sein kann – dies war der Leitgedanke des Danke-Tages, den sich auch Dekan Heribert Schauer zu Herzen nahm. Anstatt alleine am Altar zu predigen, „schnappte“ er sich die rund 20-köpfige Gruppe der Ehrenamtlichen und machte sich mit ihnen auf zu Bruder Konrad – erst hinaus zum Brunnen an der St. Konradkirche, dann wieder hinein zu den im Boden eingravierten Zitaten des langjährigen Klosterpförtners und schließlich in den Altarraum zur Hauptreliquie des Heiligen. Für den Gottesdienst hatten sich die Caritas-Helfer mit dem Kapuzinerbruder Konrad ein echtes Vorbild gelebter Nächstenliebe ausgesucht. Dekan Schauer resümierte: „Es gibt auch viele Nicht-Christen, die Caritas leben, aber das gibt es nicht: Christen, denen die Caritas egal ist.“

Hieran knüpfte auch Susanne Stimmer an: „Wir wollen das Bewusstsein wachhalten, dass Caritas ein lebendiger Teil von Kirche vor Ort ist. Jeder ist eingeladen, bei der gemeindlichen Caritas mitzutun, Lebensfreude zu geben, Lebensbedingungen zu verbessern, Lebensbeeinträchtigungen zu überwinden und mehr Lebensqualität zu schaffen“, sagte sie auf Nachfrage. „Wichtig ist mir, dass die Menschen im Geist der Nächstenliebe zusammenleben.“ Als Referentin für die Gemeindecaritas im Dekanat Altötting ist sie die Schnittstelle zwischen dem Caritasverband und der ehrenamtlich organisierten Caritas in den Pfarrgemeinden. Sie unterstützt und berät die Ehrenamtlichen bei caritativen Aufgaben, fördert Ideen, gibt Impulse, begleitet Aktionen, wirkt mit beim Aufbau caritativer Dienste, wirbt für caritatives Engagement, betreibt Netzwerkarbeit. In ihrer Ansprache zum Danke-Tag betonte sie das Miteinander, den Zusammenhalt und die Solidar-Gemeinschaft. Für den Kreiscaritasverband Altötting sprach Vorstand Petra Genz ein „herzliches Vergelt‘s Gott“ an die Ehrenamtlichen aus: „Wir können nur den Hut ziehen vor Ihnen – für das, was Sie alles leisten.“

Da kommt in der Tat so einiges zusammen: ob die Verwaltung von Kindergärten, organisierte Nachbarschaftshilfe, Besuchsdienste, Senioren-Nachmittage, Treffen für Jugendliche, Mitwirkung beim Ferienprogramm, Einkaufshilfen, finanzielle Hilfe für Bedürftige oder für Flüchtlinge, ein internationales Café, Weihnachtsgaben, Friedensgebete, etc. – das Engagement in den Pfarrcaritas-Vereinen aus Altötting, Burghausen, Burgkirchen, Burgkirchen am Wald, Kastl, Kirchweidach, Neuötting, Perach und Winhöring ist sehr vielfältig – und zeitintensiv. Umso wichtiger, dass die Vereine auch hier nicht einfach so für sich allein arbeiten. Im „Netzwerk Pastorale Gemeindecaritas“ treffen sie sich bereits seit über zehn Jahren. Seit April 2020 werden sie dabei von Susanne Stimmer begleitet. Zehnmal im Jahr tauschen sie sich aus, teilen Wissen und Erfahrung, entwickeln gemeinsam neue Projekte, betreiben Öffentlichkeitsarbeit und stärken sich untereinander – auch spirituell.

„Das kommt alles wieder herein, was man den Armen gibt“, zitierte Dekan Schauer den heiligen Bruder Konrad in seiner Predigt. Anders ausgedrückt: Ehrenamtliches Engagement kostet viel Mühe, aber es lohnt sich. An diesem Danke-Tag mit kreativem Gottesdienst und geselligem Ausklang ging jedenfalls keiner leer nach Hause.

Michael Glaß

Caritas zu Gast in Mittelschule Burghausen

Das schaffen wir gemeinsam: Susanne Stimmer erklärt, dass Vieles gemeinsam besser geht.
Fotos: Eva-Maria Reitberger
 

Am 3. Mai war die Gemeindecaritas zu Gast in der Franz Xaver Gruber Mittelschule, Burghausen. Dort stellte sie die vielfältige Arbeit der Caritas vor, erläuterte die Fakten zur Organisation Caritas und warb dafür, sich die Grundhaltung der Nächstenliebe zueigen zu machen. 

Ukraine-Hilfe

Im Dekanat Altötting und im Bistum Passau ist die Solidarität mit den Menschen in der Ukraine groß. Viele Hilfen sind angelaufen. So auch bei den Orts- und Pfarrcaritasvereinen sowie beim Kreis-Caritasverband.

Einen sich stets erweiternden Überblick über die Unterstützung und Hilfen finden Sie hier:

Landkreis rüstet sich für Flüchtlingsstrom

Caritas sammelt für die Ukraine

Solidarität mit Ukraine-Flüchtlingen

Wacker Jugendkicker und Caritas sammeln für Flüchtlinge

Flagge zeigen für den Frieden

Pfarrcaritas St. Konrad Burghausen sammelt Schulsachen für ukrainische Schulkinder

Hilfe gezielt leiten

Ausflug für ukrainische Kinder

Café International für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund (ukrainisch)

Café International für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund (deutsch)

Friedensgebete finden an vielen Orten im Landkreis statt. In der Pfarrei Kastl organisiert der Pfarrcaritasverein. In der Pfarrei Kirchweidach wird jeden ersten Montag im Monat der Friedensrosenkranz gebetet.

Ehrenamtliche der Pfarr-Caritasvereine, so zum Beispiel in Altötting, arbeiten mit den Pfarreien zusammen und helfen, Wohnungen für Geflüchtete herzurichten. Auch die Zusammenarbeit mit den Kommunen läuft.

In Kirchweidach hat sich eine Gruppe von 50 Freiwilligen zusammengeschlossen, die bei Bedarf Sachen und Unterstützung bereitstellt, die gebraucht werden.

Großzügig wird auch Geld gesammelt und gespendet.

Mach` dich fit für die Nächstenliebe

Fotos: S. Stimmer
Christian Randl berichtet von den Aktivitäten im Caritashaus St. Elisabeth.

Im Pastoralen Raum Burghausen ging ein neues Format der Firmvorbereitung an den Start: „Hoibe 6e – Heilig Geist“ nennt sich das pfarreiübergreifende Angebot, das jeden ersten Sonntag im Monat Firmlinge im Haus der Begegnung HEILIG GEIST versammelt. Gemeinsam mit den Seelsorgern aus ihren jeweiligen Pfarreien machen sich die jungen Menschen auf den Weg zur Firmung. Begleitet werden sie dabei zusätzlich vom Kirchlichen Jugendbüro Altötting sowie vom Referat Gemeindecaritas. 

Am 6. März fand das erste Treffen im Jahr 2022 statt. Das Thema lautete: „CARITAS – Mach` dich fit für die Nächstenliebe“.

Susanne Stimmer, Referentin für Gemeindecaritas im Dekanat Altötting, führte die teilnehmenden Firmlinge, Firmpaten, Eltern und Pfarreiverantwortlichen durch den Abend. Unterstützt wurde sie dabei von Rebekka Redinger-Kneißl (theologische Referentin im Haus der Begegnung), Christian Randl (Leiter Caritashaus St. Elisabeth) und Günther Reithmeier (2. Vorsitzender Pfarrcaritas-Verein St. Konrad, Burghausen).

Die Firmlinge waren eingeladen, sich darüber Gedanken zu machen, was „Caritas“ mit ihrer Firmung zu tun hat. Bereits die Andacht zu Beginn des zweistündigen Programms half, hierauf eine Antwort zu finden. Denn in der biblischen Erzählung vom barmherzigen Samariter hörten die Firmlinge von der Weisung Jesu: Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst. Im entscheidenden Augenblick selber Nächster zu sein und als Nächster zu handeln, das ist der Auftrag, den Jesus den Firmlingen für ihr christliches Leben mit auf den Weg gibt.

Der weitere Verlauf des Abends verdeutlichte, dass „Caritas“ nicht nur für die kirchliche Wohlfahrtsorganisation und deren Dienste und Einrichtungen steht, sondern dass es sich dabei auch um eine Grundhaltung handelt. Caritas, aus dem Lateinischen übersetzt mit Nächstenliebe, sei Einstellungssache und müsse eintrainiert werden, so Susanne Stimmer. Es gelte, darin fit zu werden. Denn der Umgang mit schwierigen oder unbeliebten Menschen würde die Liebe zum Nächsten manchmal auf die Probe stellen.

In erster Linie gehe es darum, sich ehrlich für den Mitmenschen zu interessieren, besonders dann, wenn er Hilfe braucht. Wichtig sei zudem, aufmerksam zu sein, dem Gegenüber mit einem offenen, vorurteilsfreien Herz zu begegnen, gut zuzuhören und wahrzunehmen, was wirklich Not tut. Als Richtschnur gelte das Wort Jesu, das mehrfach überliefert ist: „Was willst du, dass ich dir tun soll?“, fragt Jesus die um Hilfe Bittenden. Die Caritas und ihre Mitarbeitenden orientierten sich bei ihrer vielfältigen Arbeit an dieser Frage. Charakteristisch an ihrer Arbeit sei, keine Gegenleistung für die aufgewendete Hilfeleistung zu erwarten.

Die Firmlinge stellten fest, dass Nächstenliebe die Sicht auf den Mitmenschen verändert. „Wenn Caritas deine innere Einstellung bestimmt, wird das Du größer als das Ich. Deine Beziehungen zu Freunden wie Fremden bekommen eine neue Qualität. Sie sind nicht mehr oberflächlich, sondern erhalten eine neue Färbung und zwar die Färbung des Respekts, der Wertschätzung, des Mitgefühls“, fasste Susanne Stimmer zusammen.

Um den Input gedanklich zu verfestigen, durften die Teilnehmenden selbst aktiv werden und nach dem Prinzip des Speeddatings Fragen zum Thema Caritas in ihrem Leben beantworten.  

Die Referentin ging auch auf die professionelle Arbeit der Caritas ein und erklärte, wie die Caritas organisiert ist und welche Aufgabenfelder sie hat. Aus der Praxis berichteten anschließend Christian Randl und Günther Reithmeier. Ersterer stellte den Jugendlichen das Caritashaus St. Elisabeth vor, ein Freizeithotel, in der sich Menschen mit Behinderung erholen und entspannen können. Er erzählte von den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die für die beeinträchtigten Gäste da sind, ihnen eine gemütliche Atmosphäre und Freizeiterlebnisse ermöglichen.

Was ein Pfarrcaritas-Verein macht, wie er sich sozial-caritativ engagiert und mit wem er kooperiert, davon berichtete Günter Reithmeier. Er schilderte seine langjährigen Erfahrungen, die er mit Menschen in Not gemacht hat – wertvolle Erfahrungen, die manchmal aber auch anstrengend waren.    

Die Ausführungen des hauptamtlich Beschäftigten und des ehrenamtlich Aktiven führten den Firmlingen plakativ vor Augen, was es heißt, caritatives Engagement par excellence zu leben.  

Susanne Stimmer

Caritasbox im Haus der Familie

Seit dem 11. Januar 2022 steht im Haus der Familie in Burghausen die Caritas-Recyclingbox zur Befüllung bereit.

Für die Kooperation mit der Gemeindecaritas Altötting ein herzliches Dankeschön dem Haus der Familie!

Näheres zur Nutzung und Zweck der Caritas-Recyclingbox finden Interessierte hier: https://www.caritas.de/spendeundengagement/andershelfen/caritasbox/caritasboxstartseite

v.l. Christine Auberger (Haus der Familie), Susanne Stimmer (Gemeindecaritas Altötting)
Foto: Haus der Familie Burghausen

Leben im PLUS - Die Reise hat begonnen...

Foto: Stimmer, Gemeindecaritas

... und einen gelungenen Start hingelegt.

Die verschiedenen Schauplätze ihres Lebens suchten die 14 Teilnehmenden am ersten Tag der Kursreise auf. Ausgehend von der biblischen Frage im Schöpfungsbericht "Wo du, Mensch?" erkundeten sie die Landschaften ihres Lebens.

Wo bist du, Mensch? Wo stehst du gerade? Was sind die Orte deiner Biographie?

Konrad Haberger, Theologe und Erwachsenenbildner, leitete die Gruppe bei dieser klassischen Biografiearbeit an. Er lud zum Nachdenken ein: Wo begann meine Geschichte mit all meinen Höhen und Tiefen? Wo ist mein Heimatort? Wo bin ich verwurzelt? Fragen, die teilweise gar nicht so leicht zu beantworten waren.

Danach die Aufforderung: Welcher Ort wurde zum Segensort?

Zu jeder Biografie gehören Krisenorte. Auch diese wurden beleuchtet. Haberger verwies auf die Geschichte des Propheten Elija. Dieser legte sich unter den Ginsterstrauch mit dem Wunsch, zu sterben. Doch Gott hat anderes mit ihm vor. Er fragte: Was du hier? Also: Was tust du noch hier? Im Sinne von: Solltest du nicht längst woanders sein? Wirst du nicht woanders gebraucht? Mache dich auf den Weg!

Diese Geschichte im Hinterkopf spürten die Teilnehmenden ihren persönlichen Krisenorten nach.

Und schließlich folgte der Bogen zu den Aufbruchsorten. Haberger ermutigte, Aufbruchsorte im eigenen Leben zu definieren.

Am 18. Februar begibt sich die Gruppe erneut auf Entdeckungsreise. Dann wird das Thema lauten: Woraus lebe ich? Referentin ist Hedwig Beier.

Susanne Stimmer

Besuch in der Mittelschule

Foto: Theresia Demmelhuber

Was macht die Caritas eigentlich, und was ist Caritas überhaupt? Diesen Fragen ging ich mit den 8. und 9. Klassen der Weiß-Ferdl-Mittelschule Altötting auf den Grund. Am 30. November und 2. Dezember 2021 war ich von Religionslehrerin Theresia Demmelhuber eingeladen, während ihres Religionsunterrichts von der vielfältigen Arbeit der Caritas zu berichten.

Jeweils eine Doppelstunde lang beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit Begriff und Anliegen der Caritas. Sie lernten Caritas als Organisation mit vielen Diensten und Einrichtungen und noch viel mehr Mitarbeitenden kennen. Sie ließen sich beeindrucken von der großen Zahl an Menschen, die jährlich in Deutschland bei der Caritas um Hilfe bitten. Sie zeigten sich überrascht von der beachtlichen Anzahl der Menschen, die sich ehrenamtlich bei der Caritas engagieren. Und einige revidierten ganz schnell ihre Vorstellung, Caritas habe etwas mit Zahnversicherung oder mit Autos zu tun. 

Not, Armut, Ungerechtigkeit – diese zentralen Themen der Caritas kennen die Schülerinnen und Schüler auch aus ihrem eigenen Leben. Ganz offen überlegten sie in einer Übung, was es für sie persönlich heißt, einsam, arm oder traurig zu sein, die Lebensbalance zu verlieren oder eine schlechte Zeit durchzumachen. Dann jemanden zu haben, der die Situation erträglicher macht und zum Besseren wendet, ist wertvoll. Darüber schienen sich die Schülerinnen und Schüler einig zu sein. Vor allem Familie und Freunde benannten sie als wichtige Stützen in ihrem Leben.

Manche erzählten von ihren Bemühungen, sich in ihrem Lebensumfeld selbst sozial caritativ zu verhalten. Da wurde von der alten Nachbarin erzählt, der man schwere Einkaufstüten ins Haus trägt, von dem Kind, mit dem man den Regenschirm teilt oder davon, dass man eine Klassenkameradin aufmuntert, wenn es dieser nicht gut geht. „Ich versuche dann zu sagen, sie soll es mit Humor sehen“, lautete die Erklärung.

Mit ihren Beispielen halfen die Schülerinnen und Schüler selbst mit, zu veranschaulichen, dass das Grundprinzip der Caritas „Not sehen und handeln“ für alle gilt. Nicht nur für die Beschäftigten der Caritas. Das weitere Gespräch zielte darauf ab, die Schülerinnen und Schüler dafür zu sensibilisieren, wie wichtig es ist, hilfsbereit zu sein. Die Welt besser zu machen, dazu braucht es nicht viel. Nur genügend Sensibilität und Mut, die Nöte des Nächsten wahrzunehmen. Ganz nach dem Beispiel des barmherzigen Samariters. Diese biblische Geschichte sollte ein Gespür dafür vermitteln, warum Nächstenliebe der Antriebsmotor der Caritas ist.

Indem neben der verbandlichen schließlich noch die gemeindliche Caritas zur Sprache kam, war das Stundenziel erreicht. Die Schülerinnen und Schüler sollten ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass Caritas sich nicht ausschließlich im professionellen Bereich von Einrichtungen und Diensten abspielt, sondern sich auch im alltäglichen Miteinander in Familie, Klassenverbund, Nachbarschaft, Gemeinde oder Pfarrei verwirklicht. Einige Beispiele aus der ehrenamtlichen Praxis belegten dies und zeigten, wie wichtig caritatives Engagement auf Ehrenamtsebene ist. Unter diesem Gesichtspunkt war für die Schülerinnen und Schüler leichter zu verstehen, warum das Referat Gemeindecaritas sich unter anderem zur Aufgabe macht, den Caritas-Ehrenamtlichen die verdiente Anerkennung und Wertschätzung entgegenzubringen. 

Um die Stunde abzuschließen, waren die Schülerinnen und Schüler eingeladen zu überlegen, welche Grundausrüstung eine Caritas-Mitarbeiterin regelmäßig braucht. Neben Handy, Taschenrechner, Seil und anderen Dingen fand sich auch eine Lupe als nützliches Equipment. Ein Schüler deutete deren Symbolwert so: „Mit der Lupe kann man genauer hinsehen und etwas entdecken, das weniger offensichtlich ist.“ Tatsächlich trifft es zu, dass tiefer zu graben oft die einzige Möglichkeit ist, um eine Lösung für ein Problem zu finden.        

Im Verlauf der 90 Minuten stellten die Schülerinnen und Schüler also fest, dass Caritas als Wohlfahrtsorganisation aus Deutschland und der Welt nicht wegzudenken ist. Wo immer Menschen in Not und soziale Schwierigkeiten geraten, ist die Caritas zur Stelle. Sie berät, steht zur Seite, packt mit an. Dies vielfach kostenlos und möglichst unkompliziert. Auch im Landkreis Altötting.

Susanne Stimmer

Verzeichnis sozialer/kirchlicher Einrichtungen und Dienste im Lkr. Altötting

Eine Übersicht über soziale / kirchliche Einrichtungen / Dienste und Initiativen finden Sie hier im Verzeichnis.

Ehrung für ehrenamtliches Engagement

Foto: Uwe Heckmann

Am Sonntag, 24. Oktober 2021 ehrte Diakon Konrad Niederländer, bischöflicher Beauftragter für die Caritas und Vorstand des Caritasverbandes Passau, während eines festlichen Gottesdienstes Frau Veronika Hurmer aus Oberbuch (Tyrlaching) für ihr jahrzehntelanges caritatives Engagement.

Frau Hurmer ist als Caritassammlerin seit über 30 Jahren unterwegs. Zum Dank für ihre Treue und ihren wertvollen Dienst überreichte Diakon Niederländer sowohl die Ehrennadel in Gold als auch eine Urkunde sowie eine aufwändig verzierte Schiefertafel.   

Bible Art Journaling Kurs im Haus der Begegnung HEILIG GEIST Burghausen ein voller Erfolg

Fotos: Brigitta Neckermann-Lipp

"Die Bibel wurde in viele Sprachen übersetzt - wir nutzen die Sprache der Kreativität" - so lautet das Motto des Bible Art Journaling.

Diese Form der kreativen Bibelgestaltung ermöglichte den neun Teilnehmerinnen des Workshops am 11. September einen ganz persönlichen Zugang zum Schatz der Bibel. 

Zu Beginn des vierstündigen Kurses ermutigte die Referentin, Diplom-Theologin Bianca Andrzejewski, die Teilnehmerinnen, sich ohne Scheu an das "Bibeln", wie sie es nannte, zu wagen. Sie brachte viele Bastelmaterialien und Farben zum Ausprobieren mit. Schnell erkannten die Teilnehmerinnen, dass man kein künstlerisches Supertalent sein muss, um Erfolg zu haben. Vielmehr ging es darum, sich von der Vielfalt von Gottes Wort und auch von der eigenen Kreativität überraschen zu lassen.

So gelang jeder Teilnehmerin ihr eigenes kleines Kunstwerk.

Die Freude an Gottes Wort, an Farben, Formen und verschiedenen Materialien war den ganzen Tag über spürbar und manifestierte sich in den Bildern.

Fazit: Eine tolle Möglichkeit, persönliche und wertvolle Zeit mit Gott und seinem Wort zu verbringen!

Susanne Stimmer

"Das hilft uns weiter!"

Fotos: Stimmer

Zu einer eVewa-Schulung kam am 18. August ein Teil der Vorstandschaft der Pfarrcaritas Kastl zusammen. Margret Pötzl, Sachbearbeiterin im Bereich Ehrenamt/Engagement und Profi in der Handhabung des EDV-Programms eVewa, reiste aus Passau an, um den 4 Teilnehmerinnen das Verwaltungsprogramm ausführlicher zu erklären, Fragen zu beantworten und weiterführende Tipps zu geben.

Die Schulung war für die Teilnehmerinnen ein voller Erfolg. Erkenntnisgewinne nahm jede dankbar mit nach Hause. Der Anwendung des Programms erleichtert die Mitgliederverwaltung, macht diese effizienter und erspart Zeit. 

Susanne Stimmer

Netzwerk Pastorale Gemeindecaritas Altötting

Im seinem Flyer informiert das Netzwerk der Pastoralen Gemeindecaritas Altötting über sein Wirken, seine Aufgaben und die Bedeutung von Caritas.

Informationsbriefe der Gemeindecaritas im Bistum Passau

Info-Brief - Sommer 2021

Info-Brief-Herbst 2021

Besuch im Kloster

Foto: Stimmer

Am 20. Juli besuchte ein Teil des Netzwerks Pastorale Gemeindecaritas Altötting das Kloster der Heilig-Kreuz-Schwestern in Altötting.

Sr. Marika Wippenbeck, Provinzialleiterin, führte die Interessierten durch Teile des Klosters und über die Außengelände. Dabei machte sie die Gäste auch mit den "drei Männern" bekannt: Alpakas, die von den Schwestern gehegt und gepflegt werden. 

Bei Gebäck und Getränken gab Sr. Marika anhand einer PowerPoint-Präsentation Einblicke in die Entstehungsgeschichte des Klosters und erzählte, wie die Schwestern damals lebten und arbeiteten und wie das Werk der Gründerinnen heute weitergeführt wird. Sie verriet, wie die Ordenstracht sich im Lauf der Zeit verändert hat und warum die Schwestern vom Heiligen Kreuz mitten unter den Menschen wohnen.

Ein aufschlussreicher Abend, der lange im Gedächtnis bleiben wird!   

Aktuelles

Henning Schreiber von der Caritas Dortmund unterhält sich in der Podcastfolge "Der Frieden ist ausgebrochen" mit Willi Weitzel über dessen...

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"Willi wills wissen" - mit diesem Reportageformat für Kinder hat Willi Weitzel Fernsehgeschichte geschrieben. Seine Sendungen und Filme kennt jedes...

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In Deutschland leisten jährlich ca. 100.000 Menschen ein Freiwilliges Soziales Jahr, ein Freiwilliges Ökologisches Jahr oder einen...

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Termine

Am 17. April ist die Gemeindecaritas zu Gast in der Landvolkhochschule Niederalteich beim Kurs "Kinder, Kirche, Caritas" der Kita-Pastoral des...

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Menschen mit Demenz begleiten

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Ein besonderer Tag für die Ehrenamtlichen der Caritas im Bistum Passau

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