Klausurtagung: Netzwerk Pastorale Gemeindecaritas im Landkreis möchte Jugend verstärkt mit ihrer Arbeit vertraut machen

Die Caritas im Landkreis möchte Kinder und Jugendliche verstärkt mit ihrer Arbeit vertraut machen. Dies beschlossen ehrenamtliche Caritasmitarbeiter des „Netzwerks Pastorale Gemeindecaritas“ im Rahmen einer Klausurtagung in der Sozialstation in Burgkirchen. Dass dies sehr funktionieren kann, verdeutlichten Beispiele aus Kirchweidach und Waldkirchen im Bayerischen Wald.

Treffen des Netzwerks Pastorale Gemeindecaritas (von links): Manfred Brandl (Pfarrcaritas (PCV) Altötting), Ingeborg Krapfl (PCV Kirchweidach), Hans Seidl (PCV Burghausen), Monika Trompa (PCV Altötting), Josef Riglbauer (PCV Perach), Monika Ollert (PCV Kirchweidach), Stefan Badem (PCV Winhöring), Dr. Albert Wohlfarth (Leiter Netzwerk Pastorale Gemeindecaritas), Manfred Tausch (Geschäftsführer Kreiscaritasverband Altötting), Waltraud Himpsl-Philibert (PCV Winhöring), Karl Maier (PCV Kastl), Tanja Haack (PCV Perach).

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 "Ich habe heute gemerkt: Man kann immer noch etwas mehr tun", sagte Ingeborg Krapfl in ihrem Resümee der Tagung. Dabei ist die ehrenamtliche Caritasmitarbeiterin aus Kirchweidach bereits sehr engagiert in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Seit drei Jahren betreut sie am Ort die "Carikids" – sieben Mädchen, die in der Kommunionvorbereitung zu einer Gruppe von Freundinnen zusammengewachsen waren und ihre Treffen nach der Kommunionfeier nicht einfach so beenden wollten. Zwei Ehrenamtliche der Caritas, Ingeborg Krapfl und Monika Ollert – damals "Tischmutter" bei der Erstkommunion –, nahmen das Anliegen der Kinder auf und machten das Angebot, eine monatliche Gruppenstunde zu organisieren – auch deshalb, weil die Anregung ausgerechnet von dem Mädchen kam, das die Kommunionvorbereitung am liebsten schon nach der zweiten Gruppenstunde hingeworfen hätte. Hier kam die Erkenntnis: Wenn man einen guten Ausgleich zwischen Spaß und Geselligkeit auf der einen sowie christlicher Themenarbeit und Engagement auf der anderen Seite schafft, dann bleiben die Kinder auch dabei. In Kirchweidach treffen sich die Carikids seit mittlerweile drei Jahren einmal im Monat. Monika Ollert engagiert sich dafür gerne, auch weil bei den Treffen religiöse Themen wie etwa der hl. Franz von Assisi, Maria, der Rosenkranz, Menschenrechte, etc. eine zentrale Rolle spielen; auch eine Klosterrallye durch das Br. Konrad Kloster in Altötting fand statt – dieser christliche Aspekt ihrer Arbeit ist ihr wichtig. Die Zukunft sehen beide realistisch: "Wahrscheinlich wird es für die heute Jugendlichen irgendwann auch uncool werden, sich nachmittags zu treffen." Dennoch sehen beide gute Perspektiven, das Projekt in der Art fortzusetzen und auszubauen – für die Zukunft haben sie sich vorgenommen, Kindern vor allem auch die Caritasarbeit im Landkreis in Kindergärten und Senioren- oder Behinderteneinrichtungen näher vorzustellen.

Ein Aspekt, den die Caritas in Waldkirchen im Bayerischen Wald bereits sehr konkret umgesetzt hat: Margarethe Aigner, Gastreferentin der Tagung, informierte über die Arbeit mit Firmlingen am Ort, die bereits seit über fünf Jahren sehr erfolgreich läuft. 12- bis 14-jährige Kinder aus Waldkirchen und Umgebung packen dort selbst mit an, besuchen alte Menschen in Seniorenheimen, bringen sich in Kindergärten mit ein und lernen so die unterschiedlichen Felder der Caritasarbeit kennen. Dabei können sie "Pakete" von 20, 40 oder 60 Stunden ehrenamtlicher Mitarbeit im Jahr "buchen", unterstützt wird das Projekt von örtlichen Schulen und durch den Religionsunterricht. Dies mit Erfolg: laut Margarethe Aigner melden sich 40 bis 50 Kinder im Jahr.

Projekte in dieser Art schweben auch dem Freiburger Pastoraltheologen Dr. Albert Wohlfarth vor, der das "Netzwerk Pastorale Gemeindecaritas" im Landkreis begleitet und der nun gemeinsam mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern das Projekt "Pastorale Gemeindecaritas 2022" ausgerufen hat. Für ihn steht fest: "Die Präsenz der Kirche wird vor allem durch Caritasarbeit mit Kindern, Senioren oder Behinderten wahrgenommen." Gerade das Laien-Engagement und das Ehrenamt würden auch die Zukunft der Kirche in Deutschland prägen. Ehrenamtliche Helfer zu finden werde in Zukunft jedoch nicht leichter werden, denn das Potenzial nimmt laut Wohlfarth auch aus demografischen Gründen ab. Auch Vereine investierten heute unglaublich viel, gerade auch um Kinder und Jugendliche zu werben; dies beginne bereits mit Sonderaktionen und Projekten in der Grundschule.  Wollen Caritas und Kirche "zukunftsfähig" sein, müssten sie auch für attraktive Angebote sorgen. Orts- und Pfarrcaritasverbände sollen nun Möglichkeiten vor Ort abklären und dann – unterstützt durch den Kreiscaritasverband (KCV) in Zusammenarbeit mit dem "Netzwerk Pastorale Gemeindecaritas" - konkrete Projekte realisieren. Dies ist auch ganz im Sinne von Manfred Tausch, Geschäftsführer des KCV: "Ein guter Draht zu den Ortsverbänden ist uns sehr wichtig", sagte er. Nicht direktiv, sondern unterstützend will sich der KCV hierbei einbringen.

Der KCV unterstützt bereits seit 2011 das "Netzwerk Pastorale Gemeindecaritas", um den gegenseitigen Austausch und die ehrenamtliche Arbeit der Orts- und Pfarrcaritasvereine im Landkreis zu fördern. Die Vereine aus Altötting, Burghausen, Kastl, Kirchweidach, Perach und Winhöring nehmen regelmäßig an den monatlichen Treffen teil und nahmen auch die Impulse aus der Klausurtagung positiv auf: Hans Seidl von der Pfarrcaritas Burghausen etwa resümierte: "Im Austausch mit den anderen Ortsverbänden erfährt man viel über konkrete Möglichkeiten – und dann kann man das umsetzen, was man selbst am schönsten findet." Von "vielen ermutigenden Beispielen" sprach Manfred Brandl von der Pfarrcaritas Altötting. Waltraud Himpsl-Philibert von der Pfarrcaritas Winhöring sagte: "Es gab hier viele wertvolle Anregungen. Ich gehe mit einem guten Gefühl nach Hause." Monika Ollert aus Kirchweidach richtete ihren Blick bereits auf die Zukunft: "Diese Tagung gab einen neuen Schwung. Aber jetzt wünsche ich mir vor allem neue Mitstreiter."

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